Jetzt fahrn wir übern See, übern See….

Über den diesjährigen Sommerausflug der Tagesgäste aus unser Tagespflege „Altes Annastift“ in Neuhaus-Schierschnitz und derer aus dem „Alten Landratsamt“ in Neuhaus am Rennweg:

Der Sommerausflug der Tagespflege „Altes Annastift“ in Föritztal war ein besonderer Höhepunkt in diesem Jahr, darüber sind sich alle einig. Schon am Vortag der Reise lag freudige Aufregung in der Luft. Unsere Mitarbeiter packten schnell noch einige Taschen für Notfälle wie Heißhungerattacken, Austrocknung, erste Hilfe bei Beckenbodenschwächen und Material gegen Langeweile.
Am Morgen fuhr ein großer Bus vor, mit einem freundlichen und professionellen Fahrer der OVG. Er verstaute unsere rollstuhl- und rollatorrollenden Tagesgäste samt Mitarbeitern und Gepäck perfekt in seinem Fahrzeug und chauffierte uns sanft und wohlbehalten durch die Lande. An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank. Immer wieder gern.
Allein die Busreise war schon ein Erlebnis für unsere Tagesgäste. Einige waren lange nicht mehr „rausgekommen“ und freuten sich über alte und neue Entdeckungen durch die großen Busfenster. Bemerkungen fielen, wie: „Dou, bein Fick woer iech scho ewich nümmer!“ oder „Dös Hardsteinwark secht doch ganz annersch aus als vor zwanzich Joarna!“ oder „Wu is denn unner Wold hie?“ oder „Wie kumma denn die altn Leut in dö Lausch im Winter nei ihra Häusla?“
In Neuhaus am Rennweg stiegen weitere Gäste aus der Tagespflege „Altes Landratsamt“ der Diakonischen Sozialen Dienste hinzu. Die Fahrt ging weiter entlang des Rennsteigs, wo wir gleich das Rennsteiglied anstimmten und weitere schöne Volkslieder aus der Kehle flossen wie „Hab mei Wage vollgelade“. Diesmal hatte der Busfahrer allerdings keine Wahl: er musste mit den alten Männern und Weibsen statt der jungen Mädchen Vorlieb nehmen. Auch mal schön, oder?

Schnell war unser Fahrziel erreicht: der Stausee der Hohenwarte-Talsperre. Eine erste Notversorgung mit Plätzchen, Bonbons und Getränken war fällig. Dann die so wichtigen Klogänge im Minutentakt und schließlich noch Fotoshooting mit dem charmanten Käpt´n im Strandkorb – dem konnten unsere Damen nicht widerstehen.
Der Zugang zu unserem Fahrgastschiff gestaltete sich nicht so barrierefrei, wie zunächst angenommen. Nach einem Steilgang bergab zum Kai begann ein wahrer Hürdenlauf. Rollstuhlfahrer mussten austeigen, und die Passanten wurden mit vereinten Kräften vom Schiffspersonal und unseren Mitarbeitern in den Kahn gehievt. Die brettharten Sitzbänke ohne Auflage waren zunächst auch etwas anstrengend für die altersempfindlichen Hinterteile. Jedoch richtete man den Fokus dann schnell auf die tolle Seenlandschaft und auf die Speisekarte. Es gab knackige Wienerwürstl mit DDR-Semmel, Bier, Cappuccino und grandiose Eisbecher. Da war die Welt wieder in Ordnung. Zu aller Überraschung zauberte eine liebe Omi aus ihrer Handtasche einen goldenen Eierlikör, der im Schokowaffelbecher besonders gut schmeckte. Die Stimmung war heiter und ausgelassen, die weitere Seefahrt lustig und schön. Nach einiger Zeit – dem Glücklichen schlägt ja keine Stunde – legte unser Schifflein wieder an. Wir erklommen den letzten Berg zum Parkplatz. Singend und plaudernd, so mancher auch in einen Erschöpfungsschlaf fallend, fuhren wir der Heimat entgegen voller Dankbarkeit über den gelungenen und schönen Ausflug.

Anja Hütterott, Mitarbeiterin unserer Tagespflege „Altes Annastift“, Neuhaus-Schierschnitz.

Diakoniewerk der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld e.V.
Köppelsdorfer Str. 157 • 96515 Sonneberg • Telefon 03675 4091-110 • eMail info@diakoniewerk-son-hbn.de

 
MITGLIED IM LANDESVERBAND DIAKONISCHES WERK EVANGELISCHER KIRCHEN IN MITTELDEUTSCHLAND E.V.

Back to top